Coronajahr 2020 – eine persönliche Zwischenbilanz

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Heute möchte ich euch ein bißchen was von meinem bisherigen Corona-Jahr 2020 erzählen.

Ab Januar 2020 hatte ich schon begonnen, mich für die Ostermärkte vorzubereiten. Ich plante dieses Jahr wieder einen Stand in Schloss Schönbrunn und neu dazu einen weiteren auf der Freyung, im Herzen Wiens. Als dann die ersten Nachrichten aus Italien kamen, hab ich mir schon gedacht auweia, da werden aber nicht viele Touristen nach Wien kommen. Die sind für mich eine wichtige Kunden, da meine Produkte ja ausgefallene und beliebte Wien-Souvenirs sind.

Aber zunächst hieß es, dass die Märkte nicht abgesagt werden. Ein paar Wochen vor Start wurden sie aber dann doch gecancelt und ich war erst mal in Schockstarre. Nach zwei Tagen hab ich dann gemerkt, dass obwohl die Absage natürlich einen erheblichen Verdienstentgang bedeutete, eine große Last von meinen Schultern fiel. Ich hab realisiert wie überarbeitet und gestresst ich eigentlich schon war. Innere Ruhe kehrte ein und ich war zwar immer noch traurig, konnte aber gleichzeitig auch die Entlastung genießen und genoß Spaziergänge am Wasser mit meiner kleinen Tochter. Es kehrte ja dann kurz darauf insgesamt Ruhe ein, da die meisten Menschen auf einmal Zuhause waren und dadurch auch unter Woche viel weniger Lärm herrschte. 

Gleichzeitig fiel auch die Kindergarten-Betreuung für meine Tochter weg und dadurch hat sich die Zeit, die ich arbeiten konnte reduziert. Bin ich aber ausch schon gewohnt gewesen. Ich hab ja nie eine richtige Babypause gemacht, sondern mir alles mit meinem Mann aufgeteilt, auch gearbeitet, wenn die Kleine im Bett war und gelernt Prioritäten zu setzen. Also kein großes Ding für uns. Im Homeoffice bin ich sowieso immer wieder on and off seit 2005 :) Für Grafikdesigner ist es recht normal von Zuhause aus zu arbeiten, denn Kreativität braucht (zumindest in meinem Fall) Ruhe. 

Mit was ich sofort begonnen habe, ist meinen Onlineshop wieder mehr zu pushen und meine Socialmedia-Präsenz v.a. auf Instagram hochzuschrauben. Das hat sehr schnell Früchte gezeigt und so konnte ich ein bißchen was von den abgesagten Ostermärkten damit abfedern. Es hat auch richtig Spaß gemacht zu sehen, dass es a) gut ist mehrere Standbeine zu haben und b) nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich so schnell es geht auf die neue Situation einzustellen und das Beste daraus zu machen. 

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Ganz ehrlich habe ich in den letzten Jahren eh schon immer wieder darüber nachgedacht, wann der nächste Crash den kommt (denn das ist wohl so sicher wie das Amen in der Kirche) und was dann passieren wird. Diese Frage brauche ich mir 2020 nicht mehr zu stellen. Ein Auf- und Ab bin ich in meiner Selbstständigkeit, die ich nebenher seit etwa 2005 und voll seit 2012 laufen habe, auch gewöhnt. Das ist wohl in unserer Welt etwas sehr natürliches: wenn es bergauf ging, geht es auch wieder bergab und umgekehrt.

Ich blicke nun auf ein wohl etwas schwieriges Weihnachtsgeschäft 2020. Mein Onlineshop wird hoffentlich brummen, was meine beiden Weihnachtsmärkte in Schloss Schönbrunn und am Spittelberg, im coolen 7. Bezirk Wiens, betrifft, geht es vermutlich ums durchtauchen, denn ohne ausländische Besucher aus allen Teilen der Welt wird es wohl nicht so glamorös laufen. Aber wer weiß, vielleicht haben alle in Österreich lebenden Menschen um so mehr Lust uns zu besuchen, weil die Märkte ja im Freien und nicht so überlaufen wie die letzten Jahre sein könnten. Wir werden es sehen, ich bleibe positiv und genieße (muss ich zugeben) dass der Himmel über Wien weniger beflogen wird. 

Mein persönliches Resüme – ich bin dankbar, dass es trotzdem weiter geht, dass ich nicht die Freude an meiner Arbeit und an meinem Leben hier am Stadtrand von Wien – in der Donaustadt – verloren habe :) 

Die tollen Fotos sind übrigens von meiner lieben Freundin Malgorzata Knapik

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